Real Talk zur familieninternen Nachfolge! Mit Michael Schmid jun. | Sakosta (#56)

Shownotes

In der 56. Ausgabe von Finance | Data | People spreche ich mit Michael Schmid jun., Vierte-Generation-Nachfolger und Gesellschafter der Unternehmensgruppe Sakosta (Umweltingenieurbüro Sakosta und Labor Dr. Graner und Partner) zusammen rund 350 Mitarbeitende.

Michael hat Jura studiert, während des Studiums ein eigenes Startup im Bereich Nachhaltigkeitsplanung für Bauprojekte gegründet und ist 2022 bewusst und ohne Umweg über einen Konzern ins Familienunternehmen eingestiegen, das sein Urgroßvater einst mit Pferd und Kutsche begann.

In dieser Episode erfährst du:

  • wie aus einer Grubenreinigung im Münchner Westen über Generationen ein Umweltingenieurbüro und ein eigenes Analyselabor wurden – inklusive eines Bruchs in der Unternehmenshistorie, an dem die vorherige Nachfolge scheiterte
  • warum Michael die Schenkung von 30 % der Anteile durch seinen Vater zunächst ablehnte – und wie daraus ein mehrjähriges Umstrukturierungsprojekt mit einer 100-Prozent-Übertragung wurde
  • welche Rolle sein Vater heute noch spielt, was ein "Real Talk" über Nachfolge in einem People-Business bedeutet, und warum der Neubau des Labors zu einem echten Belastungstest wurde
  • was Michael Gründer:innen und Nachfolger:innen aus eigener Erfahrung mitgibt – und welche Klischees über Familienunternehmen aus seiner Sicht nicht stimmen

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Finance | Data | People mit Dr. Sascha Haggenmueller erscheint wöchentlich jeden Freitag um 08:00 Uhr. Überall, wo es Podcasts gibt.

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Media: Sebastian Pleyer

Transkript anzeigen

00:00:00: Nach einiger Bedenkzeit mit Abschluss des Masters habe ich dann gesagt, ok.

00:00:05: Ich mache das was ich möchte und höre auf meinem Bauchgefühl und gehe jetzt nicht irgendwo in den Konzernen erst noch und sammle woanders erfahren wie es ja auch viele machen und völlig legitim ist sondern dachte mir ich habe jetzt Lust ins Familienunternehmen einzusteigen.

00:00:18: mein Dad war auch mega erfreut und unhappily.

00:00:22: die Themen die in den Medien und auch in der Politik diskutiert werden über Familienunternehmens das sind wichtige Themen.

00:00:28: Aber ich glaube die Darstellung ist dann, also die widerspricht sich ein bisschen mit dem was Ich erlebe wenn ich mit vielen vielen anderen Familienunternehmern mich unterhalte einfach wieso das Bild des Familien Unternehmens in Deutschland ist.

00:00:42: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Finance Data People!

00:00:45: In dieser Folge spreche ich mit Michael Schmidt

00:00:48: Jr.,

00:00:49: dem Nachfolgeunternehmer in der SACosta AG.

00:00:53: Saakost hat ungefähr dreieinundfünfzig Mitarbeiter und Michael hat das Unternehmen nun in vierter Generation vor einigen Jahren von seinem Vater übernommen.

00:01:01: Und wir sprechen jetzt ganz offen über die Herausforderungen in Familienunternehmen, über die wirtschaftliche und steuerliche Situationen, die in Deutschland Familienunternehm bereitet wird – und insbesondere auch wie tricky oder wie einfach es tatsächlich ist als Familienunternehmer eine Nachfolge zu gestalten.

00:01:19: Wenn ihr das nicht verpassen wollt, dann bleibt uns unbedingt dran.

00:01:22: viel Spaß beim Zuhören und beim Zuschauen.

00:01:25: Herzlich willkommen in München lieber Michael!

00:01:27: Danke für die Einladung Sascha!

00:01:29: Schön dass du da bist.

00:01:30: wir werden uns jetzt ein bisschen was zur Unternehmensnachfolge anhören.

00:01:34: natürlich auch mal ein gern gesehenes Thema hier vor allem von einem Nachfolger selber aus allererster Hand im Familienumfeld freue ich mich sehr drauf.

00:01:42: Ich fange bei meinen Gästen trotzdem immer relativ weit Vorne an, bei dir war das ja auch relativ bunt.

00:01:46: Du hast irgendwie Majora studiert.

00:01:48: Hast du mal ein Start-up gegründet bis dann ins Familienunternehmen?

00:01:51: Wohl uns gern mal ab, wie es so ab der Schulzeit losging.

00:01:55: Eigentlich ging's schon in der Schulzahl los könnte man sagen.

00:01:58: also mit rund über dreizehn Jahren bin ich so einmal zu meinem Dad hin und hab gesagt du was machst du eigentlich den ganzen Tag?

00:02:05: Was arbeitest du denn?

00:02:06: Und viele Jobs kann mir leicht erklären und das war irgendwie bisschen komplizierter und ich habe es nicht verstanden.

00:02:12: Und er hat gemeint, der weiß jetzt manchmal selber auch nicht was er so den ganzen Tag macht.

00:02:16: Er hat mir deswegen gesagt, ich soll einfach mal mitkommen ins Büro.

00:02:20: So hat sich das dann entwickelt, dass ihr eigentlich ab ab dreizehn, vierzehn so nachmittag nach der Schule zu ihm immer wieder ins Bürobeln, zu verschiedenen Terminen auf Events, auch mal bei schwierigen Besprechungen war ich dabei und da hat er mich schon ganz gut angeköltet, dass ich da angefangen habe... dann mir das langsam vorstellen zu können, dass ich das auch mal irgendwann machen könnte.

00:02:44: Und nach dem Abitur habe ich dann überlegt was ich mache?

00:02:49: Unsere Unternehmensgruppe besteht hauptsächlich aus einem Umweltingenieurbüro der Saakosta und aus einem Analytik-Labor, dem Labor Dr.

00:02:57: Garno & Partner.

00:02:59: Dann dachte ich mehr oder hab' ich mein Dad gefragt du soll ich machen?

00:03:01: soll ich Umweltingenieurewesen Geologie studieren oder soll ich Chemiker werden?

00:03:06: Was würdest denn du mir raten?

00:03:07: Da hat er gesagt ne Versuchen wir lieber was Allgemeines, wer weiß ja wie sich die Dienstleistung entwickeln.

00:03:12: Was so dazukommen oder was wegbricht vielleicht mal in ein paar Jahrzehnten.

00:03:19: und so bin ich dann so ein bisschen in die Rechtswissenschaft reingerutscht hab noch einen Bachelor im BBL gemacht.

00:03:26: das hat mir gar nicht so gut getaukt muss ich sagen.

00:03:28: deswegen habe ich parallel ab dem zweiten dritten Semester so habe ich an der Ferne und die Hagen eben Jura studiert und konnte dann Nach meinem Bachelor mit den ganzen Prüfungen, die ich an der Ferne und nie gemacht hatte.

00:03:43: Zu einer Fernhochschule gehen... ...und hab da dann dem Master in Rechtswissenschaft gleich machen können ohne jetzt noch mal quasi Zeit in einem Bachelor zu verlieren.

00:03:52: Und ja, durch das Start-up angesprochen, das war eben im Jahr zwei Tausend Neunzehnten habe ich gemeinsam mit einem Kommiliton aus dem Bachelor gegründet auch im Umfeld der Baubranche.

00:04:03: wir sind ein ein Berater für Nachhaltigkeit und einen Fachplaner für nachhaltigkeiten bei Bauprojekten.

00:04:11: Wir sind so formuliert, weil es das Start-up noch gibt ist ja auch was Besonderes.

00:04:16: nach mittlerweile sieben Jahren Und Ja dann Da war eigentlich schon immer klar Auch mit meinen Mitgründern gemeinsam habe ich das immer offen besprochen dass ich irgendwann mal von diesem Start up ins Familienunternehmen wechseln möchte.

00:04:32: Einiger bedenkt seit mit Abschluss des Masters habe ich dann gesagt okay, ich mache das.

00:04:39: Was ich möchte und höre auf mein Bauchgefühl und gehe jetzt nicht irgendwo in den Konzernen erst noch und sammle woanders erfahre, um wie sie auch viele machen und völlig legitim ist sondern dachte mir, ich habe jetzt Lust ins Familienunternehmen einzusteigen.

00:04:51: Mein Dad war auch mega erfreut und unhappy und deswegen bin ich dann im Jahr zwanzig vom Startup ins Familien-Unternehmen reingegangen.

00:05:00: Verstanden.

00:05:02: Das heißt, es war eine ... Dann kann man so plakativ mal fragen.

00:05:05: Es waren Entscheidungen aus freien Stücken.

00:05:07: Also nicht weil die Familie dich irgendwie gezwungen hat das zu tun, sondern ... Das hat ja dein Vater dann anscheinend auch ganz geschickt gemacht eigentlich.

00:05:14: Dass er dich so langsam dahingeführt hat und du hättest aber auch sagen können, du taugt mir gar nicht ist nicht meins?

00:05:21: Und dann wär er irgendwie auch nicht böse gewesen wahrscheinlich oder?

00:05:23: Definitiv.

00:05:24: also das muss ich im Extrem hoch anrechnen.

00:05:28: Er hat mir nie Druck gemacht, auch in der Schulzeit.

00:05:32: In der Uni und ... Auch jetzt nicht?

00:05:34: Also ich bin ganz fest überzeugt, wenn ich sagen würde, dat ab morgen will ich was anderes machen.

00:05:41: Dann wäre das natürlich schon ein Thema.

00:05:44: Aber er

00:05:46: wird aber seine Emotionen nicht an dir auslassen.

00:05:49: Er hätte wahrscheinlich mit der ...

00:05:51: Ja, er würde schon komisch schauen.

00:05:52: Es würde momentan gar keinen Sinn machen.

00:05:54: Er merkt ja wie viel Spaß es mir.

00:05:57: Es sind immer völlig meine freien Entscheidungen gewesen und hat da super gemacht, mich da einfach mir das alles schwachhaft zu machen.

00:06:07: Das Startup von dir die Green Genius?

00:06:10: Das gibt's heute noch hast du gesagt und es läuft zuneben her mit.

00:06:14: oder wie kann man sich das vorstellen?

00:06:17: Man kann sich das so vorstellen dass ich quasi die Rolle gewechselt habe von der operativen Führung des Startups und vom Aufbau.

00:06:23: das hab' ich ja drei Jahre lang gemacht mit dem Lask raus, mit meinem Mitgründer.

00:06:28: Bin ich quasi... Hab die Rolle gewechselt zum Investoren, zum Gesellschaft der das ein bisschen im Hintergrund ist.

00:06:36: also ich hab meine Anteile an das Familienunternehmen verkauft und arbeite ja bei uns in der Holding und betreue da quasi die verschiedenen Unternehmen bei uns und so eben auch das Startup.

00:06:49: Mhm,

00:06:49: verstanden!

00:06:50: Ihr habt zwei zwei Firmen, also Kernfirmen hast du jetzt gesagt die ist ja kostbar.

00:06:55: und dann dazu noch dieses Labor.

00:06:58: Wenn du jetzt sagst verschiedene Unternehmen ist die Gruppe noch größer komplexer oder wie ist das aufgebaut?

00:07:04: Ja

00:07:05: es gibt noch andere kleinere Unternehmen zum Beispiel von ehemaligen Mitarbeitern die gesagt haben Mensch hier können wir doch was in der Dienstleistung im eigenen Unternehmen entwickeln bei dem wir rein investiert haben.

00:07:18: oder ja hier und da eben auch nochmal andere kleine Startups Weil der Großteil, der Unternehmensgruppe oder den Großteil machen eben dieses Umweltingenieurbohr und dieses Labor aus.

00:07:29: Und ich sage mal so Jean de Baud damit man Bauchgefühl bekommen sie mir insgesamt dreihundertfünfzig Mitarbeiter zirka deutschlandweit da ist halt fifty-fifty.

00:07:39: ungefähr könnte man sagen teilen sich die dreihundert Mitarbeiter fifty-fifty auf Labor und Umweltingenienbohrer aus.

00:07:45: Dein Vater hat das gegründet damals?

00:07:48: Ja, die Unternehmenshistorie.

00:07:51: Also ich darf eigentlich schon die vierte Generation darstellen.

00:07:54: Das ist jetzt aber keine ganz zehn Jahre Unternehnenshistories und hat auch mal einen Knick gemacht.

00:08:00: Los ging's mit meinem... Urgroßvater, der übrigens auch Michael Schmidt hieß.

00:08:05: Deswegen nennen ich mich immer Michael, weil man muss so ein bisschen bei vier Michael schmitzen und muss mal ein bisschen aufpassen.

00:08:10: Wir waren immer Einzelkinder und die sind immer Söhne und wurden immer nach dem Vater bemannt.

00:08:14: Das macht die Unternehmenshistorie nicht ganz einfach zu lesen.

00:08:19: Muss man viel mit Kontext arbeiten.

00:08:22: Ja also mein Urgroßenvater hat tatsächlich mit zwei Pferden in einer Kutsche angefangen.

00:08:27: im Münchner Westen wo wir jetzt ja auch noch unseren Hauptsitz haben die Straßengräben zureinigen von Fekalien.

00:08:33: Und das ist recht lustig und zeigt auch eine ganz... ...die Ernigdote, die jetzt der Erzähl zeigt, was ganz Spannendes über Familien unternehmen.

00:08:43: Also er hat da die Straße vom Fekalin gereinigt.

00:08:49: Dadurch ist dann in den Mündner Westen der Spitzznahme unserer Familie entstanden, der Scheiße Schmidt!

00:08:54: Das war kurz nach dem Krieg vor... Mein Urgroßfahrt davor drei Generationen.

00:09:00: Ich geh in die Schule, hab meinen ersten Schultag im Genasium.

00:09:03: Die Englischlehrerin liest so die Namensliste durch.

00:09:05: Jeder muss mal kurz Hallo sagen und bei mir kommt es uns stocken... ...und schaut's so!

00:09:10: Und frag mich so ja, sag einmal bist du der Buhr vom Scheißeschmitt?

00:09:14: Und dann sage ich so boah ja äh also wie bin denn Michael Schmidt?

00:09:18: Ja ich weiß es ist dich keine Ahnung und gehe dann zu meinem Dadheim und sage dad wie sagt mich da meine Englischelehrer den Scheißgeschmitt genannt?

00:09:24: Dann sagt er, das gibt's ja nicht.

00:09:25: Dass sich das immer noch so hält dieser Spitzname nach vier Generationen weil halt mein Urgroßvater da angefangen hat die Scheiße von der Straße runter zu kehren und zeigt eben wie sehr Familienunternehmen in ihrer Region verwurzelt sind.

00:09:41: also finde ich ein super tolles Beispiel bin auch irgendwie

00:09:44: stolz darauf her dass wir

00:09:46: wieder so verwurzelts sind.

00:09:48: Und meinen Opa hat dann aus diesem ... dieser Kutsche kann man ja wirklich sagen, einen richtigen Entsorgungsbetrieb gegründet oder weiterentwickelt.

00:10:00: Wir hatten dann, ich weiß es nicht, vierzig Lkw von MAN haben da wirklich die Entsorgen übernommen.

00:10:08: also früher hat sich auch die Stadt nicht gemacht.

00:10:11: das kam dann erst in der Zeit dass die Stadt zum Wettbewerber quasi wurde und man konnte sich halt seinen Container bei uns mieten und wir haben ihn noch nicht mehr abgeholt und

00:10:22: gelährt!

00:10:24: Mein Dad und mein Opa hatten ein schwieriges Verhältnis, privat sehr schwierig auch beruflich dann schwierig.

00:10:31: Und mein Dad ist auch bei der Freiwilligen Feuerwehr so wie ich und hat eine chemisch-technische Assistentenausbildung gemacht.

00:10:42: CTR in Verbindung mit dem Feuerwehr und dem CTR hat gesagt Mensch lass doch aus diesem normalen Entsorgungsbetrieb So ein bisschen in die Richtung Chemieunfälle gehen, dass wir halt so eine spezielle Entsorgung machen für diese speziellen Fälle.

00:10:56: und das gab es damals nicht.

00:10:57: Da war auch die Feuerwehr noch nicht so vom Know House gut ausgestattet wie heute Und hat dann eben diese Idee gehabt was der Grundgedanke dieser Koster früher waren.

00:11:08: mein Opa Hat dann gemeint du warst aufbohrer schön und nett aber du machst mir meinen Unternehmen kaputt.

00:11:15: lass mal los meine Ruhe.

00:11:17: hier sind x y d mark also den finanziell schon unterstützt bei der gründung.

00:11:23: aber gesagt macht es ja nicht irgendwo bei mir in der gruppe unternehmen macht das selber sonst geht es alles im bach runter.

00:11:31: Ja und mein dad hat dann tatsächlich dieser koster aufgebaut hatte dann schon wirklich personal verantwortung und hat wirklich gut funktioniert.

00:11:41: war genau die zeit in der diese umwelthemen also schadstoffe altlasten im boden im Gebäude auch krebserregende Stoffe und so weiter, in denen das war aufkam.

00:11:52: Und hatte da Verantwortung des Unternehmen hat funktioniert.

00:11:55: und dann kam ein Operner gesagt so jetzt möchte ich morgen aufhören zu arbeiten du hast jetzt vierundzwanzig Stunden Zeit dir zu überlegen ob du das Unternehmen übernimmst oder nicht?

00:12:06: Ja mein Dad hat es dann versucht weil natürlich irgendwo Familiengeschichte und alles.

00:12:11: also er hat dann definitiv versucht die Entsorgung zu übernehmen.

00:12:14: Es hat aber nicht funktioniert mit der Verantwortung in beiden Unternehmen gleichzeitig.

00:12:19: Ist da quasi die Nachfolge angescheitert, sodass wir den Sorgungsbetrieb dann verkauft haben und da hat es quasi so ein bisschen einen Knick gemacht, die Unternehmenshistorie ist an dieser Kosta immer mehr gewachsen.

00:12:32: Das Labor kam dann hinzu auch selbst erst mal nur für uns selber haben wir versucht ein Labor eben aufzubauen dass wir halt ein bisschen unabhängiger sind von anderen Laboren.

00:12:42: Und ja das ist dann beides tatsächlich einfach super.

00:12:45: du wachsen.

00:12:47: Du bist dann, ... ... zwanzig-zwanzig nach deinem Master eingestiegen oder wann?

00:12:51: Zweiundzwanziger.

00:12:52: Zwei und zwanziger war das... ...und dann hat es nur ein Jahr gedauert bis du dann den Gesamtbetrieb übernommen hast, ne?

00:12:59: Ja das ist immer so eine schwierige, schwierige Sache.

00:13:02: also das zu beschreiben meine ich ist schwierig.

00:13:07: Ich bin ins Unternehmen gekommen, ich habe mir dann ein Jahr lang das erste Mal alles angeguckt in Ruhe.

00:13:12: Bin die verschiedenen Standorte abgefahren und hab versucht so oft für Möglichkeiten auf dem Baustellen zu sein im Labor, die ganzen Abteilungen zu durchwandern.

00:13:20: Habe ich natürlich den Semesterfern arbeitet man ja auch schon mit aber jetzt halt wirklich nochmal mit dem ganz ernsthaften Hintergrund dass man sagt man steigt jetzt hier voll in dieses Familienunternehmen ein und hat dann eben das Ziel ist irgendwann zu übernehmen.

00:13:34: Das erste Jahr war auch wirklich super, das würde ich auch anderen Nachfolgerinnen und Nachfolgern empfehlen da sich das eben mal anzugucken.

00:13:42: Also von dem Wissen quasi was ich da aufgesagt habe profitiere ich heute definitiv noch.

00:13:46: vor allem ja weil ich so fachfremd bin als halber Rechtswissenschaftler.

00:13:51: Und Ja dann War da so ein Springen Punkt oder so ein ganz entscheidender Moment in der Nachfolge.

00:14:00: mein Dad hat gemeint Er würde mir gerne dreißig Prozent der Anteile schenken.

00:14:05: Weil er sieht, das erste Jahr läuft super und es war auch muss man echt sagen eine sehr positive Überraschung für mich wie sehr sich meine Kollegen und Kolleginnen gefreut haben dass ich kommen.

00:14:17: also ich hätte das nie gedacht aber die arbeiten bewusst in den Familienunternehmen und freuen sich deshalb auch dass es ein Familie unter dem Bleib.

00:14:26: Das habe ich gar nicht so eingeschätzt.

00:14:27: uns lief einfach wirklich super des ersten Jahre nach der gemeint Mensch Er würde mir gern dreißig Prozent der Anteile schenken und das ist halt auch nochmal ernsthafter wird.

00:14:37: Und dass dann auch schon mal, ja es ist doch für ein Unternehmen sehr kritisches Thema eben die Übernahme von Anteilen und die Schenkung und dass das halt schon einmal in erster Schritt getan ist.

00:14:51: Und da habe ich ihm gesagt danke dad aber das nehme ich nicht an.

00:14:55: Das mache ich so nicht!

00:14:57: Und da hat er gesagt, klar machen wir das jetzt und doch.

00:14:59: Und wollte sein Willenwurst setzen?

00:15:00: Dann habe ich gesagt, das ist jetzt schön und gut aber das kannst du alleine nicht entscheiden weil es muss jemand geben der das annimmt.

00:15:10: Ich bin so erstmal nicht...

00:15:13: Warum?

00:15:14: Weil ich gesagt hab, dann mach mir bitte keinen Schnellschuss.

00:15:17: Das ist ein kritisches Thema.

00:15:20: lasst da bitte erst mal mit dem Steuerberater reden und lass uns da wirklich.. Ich bin ein sehr strukturierter Mensch Bauchmensch durch und durch.

00:15:28: Und ich hab dann halt einfach gesagt, lass erst mal das wirklich

00:15:30: durchdenken.".

00:15:31: Die Unternehmensstruktur war auch noch deutlich komplexer als heute.

00:15:35: Also kleiner Spoiler da ist ein Riesen-Umstruktierungsprojekt aus geworden.

00:15:41: Aber ja es zeigt ja auch wie gut es dann doch war dass ich da gesagt habe hey Moment vor allem ich hatte einfach Angst dass wenn wir da mit dreißig Prozent mit dieser Schenkung was machen irgendwo anders blockieren, dass es dann andere Möglichkeiten nicht mehr gibt in der Umstrukturierung zum Beispiel.

00:15:57: Und da war's eben genau auch so.

00:15:59: und ja tatsächlich haben wir dann aus steuerlich gründen das eben wirklich entschieden und Strukturierungs wegen der Umstrrukturierung auch, um das wir die das ihr mir hundert Prozent gleich schenkt.

00:16:14: Das waren natürlich für mein Dad ein unglaublicher emotionales Thema.

00:16:19: aber Als es dann alles durch war, also wir haben da zwei Jahre lang umstrukturiert.

00:16:25: Haben quasi eine Kette die übereinander war nebeneinander gesetzt und als das dann eigentlich rum war hat er mir zu mir immer gesagt Mensch Es war schon sehr anstrengend für ihn und ich habe auch wirklich klare Bedingungen sage ich mal in diese Schenkung noch gestellt Und es war schon teilweise verhandeln mit dem eigenen Vater ... über ein Unternehmen, was man da geschenkt bekommen.

00:16:48: Also eigentlich total wahnsinnig.

00:16:49: Wo wir sagen müssen unglaublich ja dass man so einen Geschenk bekommt aber es war mir halt sehr wichtig das wenn ich das mach und in dieses Boot einsteige... ...dass es halt wirklich da einfach klare Spielregeln auch gibt und ja das zu paar Bedingungen eben sind die ich brauche.

00:17:06: Das von schon anklicken lassen.

00:17:07: die Mitarbeiter haben sich tatsächlich gefreut, dass du quasi mit einsteigst.

00:17:13: Es wäre jetzt so eine Frage gewesen Weil ich das immer, gerade so in Deutschland wo ja viele ganz viel wissen ohne dass sie es ... Sie sehen mal ist irgendwie selber gemacht haben.

00:17:23: Heißt sehr oft der kriegt jetzt dann ein Unternehmen geschenkt und da muss er sich um nichts mehr Sorgen machen und das ist ja dann ganz einfach, wo... Wo ich fairerweise obwohl ich selber gegründet habe immer sage ne, nee, nee!

00:17:33: Ich glaub tatsächlich dass selber gründen vielleicht teilweise sogar einfacher ist als in einem bestehendes Familienunternehmen einzutreten weil Genau das Thema halt, ne?

00:17:44: Wirst du überhaupt angenommen.

00:17:46: Die Kultur die deinen Vater geprägt hat klappt es überhaupt, nehmen die Kunden das überhaupt an?

00:17:54: also ich glaube die Hürde ist ja schon wahnsinnig hoch da irgendwie Akzeptanz zu finden.

00:17:59: jetzt bist du relativ früh schon mit in die Termine rein und so.

00:18:01: das hat er wahrscheinlich geholfen.

00:18:03: aber kannst du da so drei vier fünf Best Practices ableiten wo du sagst deswegen hattest bei mir wahrscheinlich so smooth Funktioniert der Schritt?

00:18:13: Ja.

00:18:14: Blöd wäre es jetzt, wenn ich da fünf ... Das Plakt ist das Nennen und dann muss ich mir im Büro anhören, dass ich ein Schmahn erzähle.

00:18:19: Ich glaub dir jetzt einfach

00:18:20: mal, dass es so ist!

00:18:23: Also grundsätzlich... Wie gesagt, ich war selber überrascht wie sehr das positive aufgenommen wird.

00:18:32: Und hatte da auch vielleicht berechtigt oder zu viel Angst davor dass man eben genau wie du sagst man kommt jetzt da und wird halt erstmal ist ja es ist jetzt da der sitzt jetzt nur weil er den Familiennamen trägt muss mir fairerweise sagen stimmt dir auch also Ich bin ja der Sohn und ich bin Einzelkind.

00:18:50: Also das ist irgendwo Ja auch berechtigte.

00:18:54: und Dennoch Wie gesagt, die Leute arbeiten gerne in einem Familienunternehmen und auch bewusst.

00:19:00: Und wollen halt das die Unternehmenskultur ja auch irgendwo bleibt und dass es eben weitergeführt wird.

00:19:06: Was sind jetzt so Tipps, die ich geben kann damit sowas erfolgreich funktioniert?

00:19:14: Also ich würde sagen auf jeden Fall am Anfang also man Es lief ja sehr natürlich, also es ist schwierig aus diesem natürlichen irgendwo ein Handlungsempfehlung abzuleiten.

00:19:27: Aber ich würde sagen einfach man sollte sehr interessiert sein am Unternehmen an allen Stellen interessiert seien.

00:19:37: Man muss auf jeden Fall auch verstehen was da in der Vergangenheit geleistet wurde.

00:19:43: Da hilft so ein Startup, eine Start-Up Erfahrung schon sehr.

00:19:45: Weil man einfach mal merkt wenn man mal einfach Kaltakwiese macht und da Leute anruft sagt hallo hier bin ich in einem Start up und ich will dir jetzt was verkaufen und da zieh mal einen auf den Deckel kriegt und halt selber die erste Anstellung machen muss, selber mal schlechte Erfahrungen mit Personalmacht, mal gute Erfahrungen soweit also dann kriegt man da schon ne ganz andere Wertschätzung.

00:20:06: auf jeden Fall auch... für diese Leistung, die da tagtäglich erbracht wurde.

00:20:11: Und das auch auf jeden Fall für sämtliche Hierarchieebenen muss man das verstehen was da wirklich wichtig ist dass jeder da einen großen Teil dazu beiträgt.

00:20:26: Also ich glaube wenn man mit dem Mindset schon mal eingeht dann ist da schon viel gewonnen.

00:20:29: ja einfach dass man wirklich sehr interessiert ist und

00:20:31: ein bisschen Demut einfach und der Schlaustem alles und

00:20:35: halt einfach Kerl oder nettes Mädel sein.

00:20:42: Also ja, da nicht irgendwie hochnäßig reingehen und sagen keine Ahnung ich übernehme es jetzt hier alles und dann ich weiß eher alles besser und ich habe studiert und du nicht?

00:20:53: Oder keine Ahnung.

00:20:55: also das wäre halt alles glaube ich würde nicht gut ankommen.

00:20:59: Und dann einfach ganz natürlich und sich halt am Anfang ein bisschen zurückhalten aber das ist halt vieles.

00:21:04: Es ist halt viele People Business Und da ist es genauso, dass ich am Anfang halt vielleicht ein bisschen zurückzuhalten.

00:21:11: Zuhörend?

00:21:12: Ja zuhören... Ich hab jetzt einfach eine Ideenliste geführt!

00:21:16: Ich habe nicht jede Idee gleich angesprochen und dann wenn man so ein bisschen reinkommt wie und da mal die richtige Idee positioniert und geguckt, wie kommt das an?

00:21:24: und sich quasi einfach ja die Zeit nehmen.

00:21:27: Das ist wichtig und ich hatte halt das Glück, dass sie mir die Zeit nehme konnte.

00:21:33: Ich bin jetzt achtundzwanziger, also wir hatten da keinen Zeitdruck.

00:21:36: Und auch muss man wirklich sagen mein Vater hat es geschafft eine ganz tolle Führungsebene aufzubauen und das war schon sehr hilfreich weil eigentlich war ich gar kein richtiger Nachfolger.

00:21:50: Also ist nicht so dass mein Dad mir seine Aufgaben gegeben hat und ich habe diese Instance übernommen sondern es war eh schon.

00:21:58: Er ist mit seinem Teil irgendwo gegangen und ich konnte mir selber meine Aufgaben, meine ... Stärken dann suchen.

00:22:04: Und das auch gemeinsam mit den Führungskräften.

00:22:07: Das ist immer noch nicht abgeschlossen.

00:22:08: nach vier Jahren also da verändert sich die Rolle eigentlich immer... Auch bei meinem Vater noch die Rolle, bei mir die Rolle.

00:22:14: Die Führungskräfte lernen mich natürlich auch immer noch kennen.

00:22:17: Man wächst so zusammen und merkt dann okay wo kann ich denn Mehrwert liefern?

00:22:22: Wo werde ich einen promovierten Chemiker sicherlich nicht erklären wie er sein Job zu tun hat?

00:22:28: Mhm.

00:22:29: Was sind's ... Die Rollenverteilung jetzt, also Unternehmen gehört ja zu hundert Prozent.

00:22:34: jetzt quasi dir seit drei Jahren so was?

00:22:37: Vier Jahre.

00:22:40: Dein Vater ist jetzt trotzdem noch mit dabei.

00:22:42: Ähm, was immer weniger, ich meine es ja auch mehr als legitim Gott das Willen.

00:22:48: aber es ist schon so dass du jetzt das Ruder mehr oder weniger in der Hand hast und er dich da auch machen lässt.

00:22:53: oder wie kann man sich die Konstellation bei euch vorstellen.

00:22:56: Ihr werdet jetzt wahrscheinlich nicht mehr unter einem Dach zusammenleben, nehm ich mal an aber man wird ja doch wenn man sich dann am Sonntag trifft oder so, dann wird das ja... ...wahrscheinlich immer Thema sein, so wie es früher wahrscheinlich schon immer Thema war.

00:23:07: Jo!

00:23:08: Oder?

00:23:08: Ja also auch beim meinem Arm die dürfen wir auch nicht vergessen, die haben ganz wichtig.

00:23:13: Ist die auch im Unternehmen?

00:23:15: Die ist nicht mehr im Unternehmen, nee sie war mal Aufsichtsräte und hat viel auch im Hintergrund einfach im Office-Arbeit gemacht.

00:23:26: Viel Office-Arbeit auch wirklich gemacht und ist jetzt auch parallel zu meinem Wert eben ausgestiegen.

00:23:34: Also er lässt mich machen, ja definitiv aber das ist wirklich schwierig zu beschreiben meine Rolle ist schwierig zu schreiben und seine Rolle auch schwierig.

00:23:44: also es gibt eigentlich keine Themen mehr für die er verantwortlich ist.

00:23:47: ein Thema gibt's noch wir haben denn für unser Labor neu gebaut Und das habe ich vor vier Jahren schon gesagt.

00:23:53: Das ist dein Baubrett, das machst du fertig?

00:23:55: Da werd' ich das nicht übernehmen.

00:23:58: also das ist mir ganz wichtig.

00:24:00: aber sonst gibt's eigentlich kein Thema.

00:24:02: und da bei dem Baubreck steht jetzt der Umzug an.

00:24:04: Also das ist jetzt dann fast abgeschlossen.

00:24:06: Sonst gibt es eigentlich keinen Thema wo jetzt mein Dad so richtig der Ansprechpartner wäre.

00:24:11: Aber Es gibt schon noch sehr viele Münchner, wo unser Hauptsitz natürlich ist.

00:24:17: Münchener Kunden die mit ihm ja auch irgendwo gemeinsam groß geworden sind und da sind wir auf Freundschaften draußen entstanden Und da ist er definitiv noch oft Ansprechpartner und wird von den Kunden eben auch kontaktiert und Er ist auch noch auf Netzwerkevents.

00:24:32: Also er is nicht ganz draußen und vor allem auch mit mir gemeinsam.

00:24:36: Wir besprechen auch viele Themen.

00:24:37: also ich würde nie sagen dass ich jetzt gefühlt irgendwie alleine bin Durch die guten Führungskräfte, die wir haben und doch auch mein Dad.

00:24:45: Und die gute Zusammenarbeit bin ich da überhaupt nicht alleine gefühlt und gar nicht.

00:24:52: Ja, ich sag mal ... Die Rolle oder das ist wirklich einfach ein sehr guter Sparringspartner.

00:25:00: Genießt aber natürlich auch seine hinzugewundene Freizeit.

00:25:04: Es sei ihm von ganzem Herzen gegönnt, wenn man so was aufbaut.

00:25:08: Das ist tolle unternehmerische Leistung!

00:25:11: Ähm, gibt's irgendwas wo du jetzt massiv eingegriffen hast die letzten vier Jahre?

00:25:17: Also wo du gesagt hast das geht so gar nicht.

00:25:20: Das muss anders gemacht werden.

00:25:22: wir sind jetzt im Jahr zwanzig sechsundzwanzig und nicht mehr in zwei tausend an und musstest dich ja irgendwo mal durchsetzen bei gewissen Themen.

00:25:31: also dass ist schwierig.

00:25:34: ich frage mich selber manchmal wie groß es eigentlich mein impact also Jetzt bin ich vier jahre da.

00:25:40: was wäre jetzt?

00:25:42: Was ist durch mich anders geworden?

00:25:44: Und das ist echt nicht einfach zu beschreiben, weil es ist ja ein stetiger Prozess und ich bin ja nicht der einzige Nachfolger.

00:25:51: Wir haben ja auch einige Senior-Projektleiter, Pokeristen und Beschäftshörer die ja jetzt auch schon in den letzten Jahren Rente gegangen sind.

00:26:00: Das sind auch die Junggeführungskräfte nachgenommen, die ihr genauso auch ihre Veränderungen mit sich bringen.

00:26:06: Es ist jetzt nicht so dass wir davor... von Unternehmenskultur da irgendwo festgefahren waren.

00:26:11: Also wir waren immer schon offen für Veränderungen, für Neues.

00:26:14: Darum kann ich dir wirklich mein Impact selber... freu' mich selber immer ja wie groß der da ist.

00:26:19: und das Einzige wo ich mich wirklich mal durchsetzen habe müssen gegen meinen Dad war mit diesen dreißig Prozent!

00:26:24: Das war auf das erste Mal und es war das was ihn so beeindruckt hat und was ihnen dann auch so sicher werden hat lassen in der Entscheidung mir dieses Unternehmen irgendwann zu übertragen weil er gemerkt hat dass sich halt nicht nur da sitzt und alles abnix, sondern halt schon auch meine eigene Meinung hab.

00:26:40: Und sogar ihm gegenüber der mir ja was schenken will in dem Moment wo ich es richtig halte eben sagen trau ne mach mal jetzt nicht unter sind das und dass einfach meine Themen die die mir wichtig sind.

00:26:53: Ansonsten gab's eigentlich nie was weil man muss ja fairerweise sagen wie wir entscheiden wird denn also eine Entscheidung wird irgendwie aufbereitet mit Informationen.

00:27:01: wenn das gut gemacht wird Dann ist es ja eh irgendwo, ist der Weg klar.

00:27:05: Also dann ist die Teilung fällt da gar nicht mehr so schwierig.

00:27:08: und so waren wir uns eigentlich mit den Führungskräften auch immer einig, also ich wüsste wieder wenige als ich musste noch nie irgendwie einen auf Obersticht untermachen und sagen so äh... Ich bin jetzt hier in der Gesellschaft und deswegen machen wir das jetzt.

00:27:21: oh nee also war immer eigentlich durch das sag ich mal durch die Unternehmenskultur.

00:27:26: dir und dieses Mindset und diese langfristigen Farbplan, den alle so ein bisschen im Kopf haben ist es die Entscheidung dann eigentlich automatisch.

00:27:35: Ich wollte nur vergessen was für einen Hintergrund hat dein Vater von der Ausbildung?

00:27:38: Chemisch technisch als Tentenausbildung.

00:27:40: Okay also er ist eher ein Produktmensch und du bist eher so sagen wir allrounder oder eher so BWL-er kann man fast sagen.

00:27:48: Also Kaufmann mehr und er isst eher so technischer.

00:27:51: Er hat

00:27:51: auch noch die Ausbildung zum Kaufmann gemacht Aber da war er schon selbstständig.

00:27:56: Da kann er ja auch ein paar Minute der Anekdoten erzählen, wie das so ist wenn man schon selbständig ist und in einer Buchschule sitzt.

00:28:01: Gottes Willen!

00:28:05: Ja also er hat beide Ausbildungen gemacht.

00:28:07: eben kaufen wir nicht schnell.

00:28:08: So einen Top-Kaufmann, ich meine nach vierzig Jahren.

00:28:11: Wir hatten jetzt vierzigjähriges Jubiläum haben wir dieses Jahr bei Das Erkoster.

00:28:14: Also wenn du da kein Kaufmann bist, dann

00:28:17: hat er mit zwanzig schon...

00:28:19: Der hat neunzehn sechsten achtzig und vierundsechst Gebäuer.

00:28:21: ist er damit zwei ins Haus.

00:28:24: War so ordentlich.

00:28:26: Ja, spannend!

00:28:27: Nee cool.

00:28:28: also ich find's so ... Werdegänge immer wahnsinnig spannend und deswegen brauche ich da auch zu rein.

00:28:34: Wo wir jetzt noch gar nicht reingebordet haben was ihr eigentlich macht?

00:28:38: Was ein Umweltingenieurbüro macht.

00:28:41: Die meisten kennen das nicht wenn man nicht irgendwo in der Branche damit zu tun hat.

00:28:45: Wir schimpfen uns gerne als Generalplaner für den Rückbau Beim Umweltingenieurbüro sprich jemand hat vor ein Industriegrundstück zu kaufen und möchte da Wohnungen drauf bauen.

00:28:59: Dann begleiten wir diesen ganzen Prozess eigentlich wirklich von der due diligence, der Bewertung der Immobilie im Bezug auf diese Umweltthemen eben von Anfang an bei der Verkaufsphase oder beim Kaufprozess, sprich man macht Untersuchungen, schaut mal ja ist da ein gewisses Risikopotenzial drin?

00:29:15: Was ist denn in dieser Immobilien gemacht worden über die Jahrzehnte hinweg?

00:29:19: Da weißt du schon ah okay das ist jetzt Ja in den Metall-Themen, Metallfabrik dann weiß schon okay da hast du in den Wänden und in den Räumen.

00:29:27: Und dann im Boden halt vermutlich die um die Themen.

00:29:30: Dann machst du halt schon mal eine gewisse Bewertung oder geht es los?

00:29:35: Und ja dann im Sanierungs- oder Rückbauprozess wird das dann eben auch völlig komplett von uns begleitet.

00:29:44: Wir sind jetzt nicht diejenigen die's ausführen wir sind nicht die denen Asbest ausbauen.

00:29:48: Das haben wir früher gemacht, jetzt sind wir nur noch planerisch tätig.

00:29:53: Und ja begleiten diesen ganzen Rückbauprozessplanen eben was es kostet wer kann das schreiben müssen aus machen die Vergabe kümmern uns darum dass die Entsorgung auch funktioniert.

00:30:03: Dass da nicht irgendwie Ja.

00:30:06: also ich habe mir überwachend ist dass da wirklich das alles nach gesetz Nach gesetzlichen Regeln eben so abläuft und entsorgt wird und machen dann auf tatsächlich SIGIKO-Leistung bei der Baustelle dann noch und kümmern uns auch in die Baugruppe, das die Statisch passt.

00:30:22: Weil man kennt ja vielleicht das Kölner Stadtarchiv noch.

00:30:25: Das ist so ein prominenter Fall wo es eben schief gegangen ist.

00:30:30: Da kümmer wir uns eben auch in den Baugruppen, dass die Statische passt bis dann der echte Architekt kommen kann.

00:30:37: Und wie

00:30:37: heißt ihr seit so einem Generalunternehmer für einen Rückbau?

00:30:40: Kann man sagen Projekt Manager von innerplanern.

00:30:44: Aber auch Begleitung oder?

00:30:45: Also dann die ganzen Gewerke steuern, wer das macht.

00:30:47: Wann was passiert

00:30:49: etc.,

00:30:49: PP-Kommunikationen im Endkunden.

00:30:51: Genau wie nachdem was halt gebraucht wird.

00:30:52: also es gibt ja kleine große Projekte und das kommt ja immer auf die Schadstoffwürde an.

00:30:59: Es gibt auch Projekten da, Monitoring-Projekte haben wir seit Jahrzehnten Deponien, die wir einfach überwachen dass da die Deponie auch dicht ist.

00:31:10: Ja und das Labor analysiert eben genau solche Proben hat auch noch einen Nicht-Umweltbereich, sag ich mal.

00:31:17: Da werden dann Proben zum Beispiel aus der Pharmazie untersucht, da müssen die Rohstoffe bevor sie in die Produktion gehen, müssen einmal untersucht werden ob die auch rein sind oder verunreinigt sind.

00:31:30: Da wären ja Versuche gemacht.

00:31:32: zb was passiert wenn ein Kind eine Gummiente verschluckt, da wird so bisschen die Magensäure simuliert, gehen an der Giftstoffe raus... Dachdecker hat acht Stunden lang den Gummihammer in der Hand oder den Gimmigriff.

00:31:45: Durch den Schweiß löst sich da irgendwas aus dem Hammer raus, solche Fragestellungen.

00:31:50: Okay, also dann könnt ihr das sehr tief ins Detail gehen.

00:31:53: Jetzt hast du vorhin gesagt, dreihundertfünfzig Mitarbeiter?

00:31:56: Wie viele sind im Ingenieurbüro und wie viel im Labor?

00:31:59: Ungefähr

00:32:00: hundertfünftig und hundunfünfzig.

00:32:01: Ach krass!

00:32:01: Das ist Labor so groß tatsächlich.

00:32:03: Die anderen fünfzig teilen sich dann eben nochmal auf in die Verwaltung... ...und die Stardaus.

00:32:08: Und da ist so ein Bedarf an Laborleistungen.

00:32:11: Ja, also ich sage mal als Laie würde ich jetzt vermuten irgendwann habe ich doch jede Art von der Verunreinigung dann verstanden.

00:32:17: aber es ist nicht so oder was?

00:32:19: Also wir denken auch immer mal wieder so ja jetzt musst du langsam mal sämtlicher Asbest als Beispiel ausgebaut sein.

00:32:27: Ist nicht so näher und das gibt ja immer neue Themen auch sowas wie PFAS was jetzt so ein bisschen durch die Miete gegangen ist um was man hat und das verändert sich hier die gesetzlichen Grundlagen immer mal wider.

00:32:35: Da hast du wirklich ständig die thema und

00:32:38: das labor braucht ihr quasi regulatorisch um dann zu bescheinigen dass man den rückbau auf eine gewisse art und weise durchführen kann.

00:32:47: genau also das ist die ingeniebros brauchen quasi die labore.

00:32:51: kümmer sich drum.

00:32:52: schauen sie so ein raum an.

00:32:53: wo wird jetzt da ne bobe genommen?

00:32:54: was sind so typische materialien wo was drin sein könnte?

00:32:57: ah das ist eine fensterbank aus den achtziger jahren.

00:33:00: kritisch Nehmen die Probe, schicken sie ins Labor.

00:33:03: Das Labor weiß ja nicht welches Bauprojekt dahinter steckt.

00:33:05: also da ist ja auch bewusst eine große Anonymisierung dazwischen und das Labor kriegt quasi einfach nur die Prober schaut was ist denn beauftragt?

00:33:15: Also welcher Schadstoff soll jetzt genau untersucht werden?

00:33:17: mit welcher Dienormen soll der untersucht wird?

00:33:20: und dann wird es quasi da ausgeführt Und das Ergebnis kriegt dann wiederum ein bisschen Schnörbüro und die interpretieren es dann sagen okay verstehe muss ich jetzt so und so damit umgehen, muss noch mal weitere Untersuchungen machen?

00:33:31: oder weißt das es zum Glück nicht verunreinigt ist?

00:33:34: Ja.

00:33:35: Verstanden.

00:33:36: Jetzt hast du vorhin erwähnt das Thema Labor-Bau wo du gesagt hast, dass bleibt bei deinem Vater und du wirst da zwischen den Zeilen rausgehört, du willst da nichts mit zu tun haben.

00:33:49: Kannst du da noch ein bisschen mehr dazu sagen weil ... hab' ich das richtig heraus gehört, dass das so ein Thema war wo du vielleicht dachtest, das sehe ich ein bissel anders?

00:33:57: Also, im Jahr

00:33:57: zwei Tausend Achtzehn ging es eigentlich los.

00:34:01: Dass wir gemerkt haben der aktuelle Platz reicht nicht aus und wir müssen uns vergrößern.

00:34:07: Und dann sind wir so ein bisschen in paar Strategierunden.

00:34:12: also das ist jetzt für mich natürlich höher zu sagen.

00:34:14: In paar Strategie Runden sind mir darauf gekommen okay wir müssen neu bauen Es gibt keine andere Möglichkeit.

00:34:23: Das war von Anfang an eigentlich zu großes Projekt für uns.

00:34:27: Ich sag jetzt mal für uns als Familie, also jetzt in den Nachhinein.

00:34:31: Und im Jahrzehnt ist es auch schon acht Jahre her, kann man natürlich sagen ja der Markt hätte das alles hergegeben und so weiter.

00:34:37: Aber für unsere Familie bezüglich Risiko was wir da eingehen wollen war das von Anfang an zu groß und vor allem mein Dad war dann noch ein bisschen der Entscheidungsträger.

00:34:45: Das unterstelle ich ihm immer so ein bisschen.

00:34:47: Es sind meine Analyse der Dinge.

00:34:49: warum hat das jetzt acht jahre gedauert?

00:34:52: Mein Dad ist sehr Entscheidungsfreudig Ja, also da geht richtig was vorwärts auch.

00:34:58: Und jetzt hat das acht Jahre gedauert weil... ...des von Anfang an einfach zu groß für uns war dieses Thema.

00:35:05: Also da hat mein Dad sich einfach vom Anfang an nicht wohlgefühlt mit diesem großen Bau und das war... ...Zw.A.

00:35:12: noch war es vierstöckig geplant gewesen und wir ziehen jetzt in ein zweistöckiges Gebäude ein.

00:35:18: Also Planungsphase hat sich ewig gezogen Und da wusste ich natürlich schon, okay das ist einfach ein Projekt was ein bisschen verbrannt.

00:35:27: Das will ich jetzt nicht sagen aber es halt sehr schwierig weil du hast natürlich das Labor was drob macht den Platz braucht dringend.

00:35:34: Du hast ja dann immer wieder Themen einfach gehabt Architekt und so weiter hat.

00:35:39: man wurde ausgetauscht und Genehmigung hat nicht funktionieren.

00:35:43: deswegen habe ich gesagt das musst du machen.

00:35:45: Ich hab mich natürlich dann irgendwo Ja am entscheidungstisch damit eingebracht, definitiv.

00:35:52: Aber er hatte von Anfang an bis zum Ende sollte er die Breckleitung haben und es war dann eigentlich auch ... War's meine Entscheidung?

00:36:00: Ich nehm's so wahr.

00:36:03: oder meine Idee, meinen Reihenwurf sag ich mal als der Ukraine-Ursternkrieg ausgebrochen ist da haben wir gesagt okay, wir bauen vier Stöckig!

00:36:14: Dann ist der Krieg ausgeprochen... Ich sage jetzt einmal was erlaubt erst mal wieder froh ok.

00:36:20: Nicht froh das ist falsch.

00:36:21: aber wir haben gesagt okay, wir können doch nicht bauen wir haben es wieder abgesagt und es war natürlich unglaublich schwierig für die die Kolleginnen und Kollegen im Labor weil massiver Platz mangel.

00:36:31: wie sagen endlich zu wir können anfangen zu bauen dann sagen sie ab und dessen auch dem ist ja schon einige Jahre in der Planung war Ja.

00:36:38: Und dann kam so der Einwurf, okay wir müssen einfach das Risiko reduzieren.

00:36:42: Wir können jetzt nicht vier Stücke bauen und zwei Stücke bauten.

00:36:44: Dann können wir das händeln.

00:36:45: trotz Unsicherheit wegen Krieg, Inflation usw.

00:36:49: Können wir das Händeln?

00:36:49: Und dann fühlen wir uns da auch wieder wohl damit.

00:36:52: Und ja, dann haben wir vor drei Jahren deswegen anfangen können zu bauen, wenn wir zwei Strecke gebaut haben.

00:37:00: Ist er noch die größte Investition in unserer Unternehmensgruppe?

00:37:04: Das entscheidende Thema oder eines der relevantesten Themen zurzeit?

00:37:09: Aber ja, das war so ein bisschen ... Wenn man selbstkritisch ist, sag ich mal.

00:37:13: Haben wir uns da einfach ein bisschen wo rein drängen lassen in Fahrwasser, wo wir uns nicht mehr wohlfühlen dieser größten Ordnung.

00:37:19: Wer hat euch da reingedrängt?

00:37:21: Also drängen kann man natürlich nicht sagen.

00:37:24: Aber es ist einfach so, der Bedarf war definitiv da im Labor und ja... Es ist natürlich einfach ... also Opportunitätskosten

00:37:34: usw.,

00:37:35: sind auch ein Thema.

00:37:36: Da ist's natürlich einfach von der Entscheidung gut zu sagen, wir bauen jetzt so viel wie wir auch

00:37:40: dürfen.

00:37:41: Was waren da Plätze geplant?

00:37:43: Also Arbeitsplätze kann ich dir jetzt gar nicht sagen.

00:37:45: aber wir reden jetzt davon... Ich glaube wir haben jetzt viertausend Quadratmeter gebaut und sind dann nochmal zwei Stöcke mehr.

00:37:55: also es wird vielleicht nicht stoppelte sein aber so um den Dreh rum ja da war auch so eine kleine

00:38:01: mehrere hundert Leute reinpacken können.

00:38:04: das ist doch jetzt so.

00:38:06: Also wir haben uns jetzt von der Fläche eigentlich verdreifacht, also jetzt sind wir mit hundertfünfzig Mitarbeitern auf ich glaube zwei bis dreitausend Quadratmetern.

00:38:14: Mit den Zwei-Stockwerken

00:38:15: in dem Bestandsgebot?

00:38:16: Ein bestandsgenaues

00:38:17: was uns eben voll ist wenn man mit Hundertfünftig Mitarbeiter da in der Größenordnung zwei bis dreitausend quadratmeter.

00:38:24: und ja jetzt kommen wir noch mal drei viertausende dazu.

00:38:30: Okay Und die Mitarbeiterzahl ist planerisch vorgesehen.

00:38:36: Man kann ja keiner prognostizieren, das Personalthema ist natürlich immer relevant in Deutschland beziehungsweise meine Fachkräftemangel und gleichzeitig weiß man nie wie sich der Markt auch entwickelt.

00:38:48: Homeoffice geht da ja nicht wahrscheinlich.

00:38:49: Das sind Labor schwierige.

00:38:50: Können dich so ein bisschen Asbest mit heimnehmen?

00:38:52: Ganz schlecht.

00:38:55: Verstanden.

00:38:56: Ja aber krass!

00:38:56: Und das ist dann eine eigene Immobilie quasi...

00:39:00: Das ist einfach quasi den Mobilär daneben.

00:39:03: Und was auch noch unternehmerisch spannend ist an so einem Projekt, also man muss sich vorstellen das hat uns eigentlich acht Jahre lang im Wachstum blockiert weil wir natürlich in dem Moment als wir entschieden hatten zwei aus acht zehn wir bauen jetzt neu für dieses Labor aufgehört haben irgendwo ins bestehende Gebäude rein zu investieren aufgehörten nach Mietflächen zu suchen in die wir reingehen könnten um zu wachsen.

00:39:28: Und das ganz, ja... So ein kleines Bauchstechen hat man bei den Beispielen.

00:39:34: Wir haben ein neues Gerät gekauft und Geräte im Labor sind ja immer sehr, sehr teuer.

00:39:39: Also wir reden über sechstellige Summen und wir haben ein neues Gerät gegauft.

00:39:43: Da war dann auch schon die Bauphase auch.

00:39:47: Aber wir haben gesagt okay jetzt werden wir hoffentlich bald fertigwerden.

00:39:52: Das bauen wir gar nicht mehr am alten Labor auf dieses neue Gerät!

00:39:54: Wir haben da zwei alte Geräten und die laufen ja gerade noch einigermaßen sinnvoll.

00:39:58: alt, aber laufen einigermaßen.

00:40:00: Ja und dann war das in so einer Holzkiste immer im Eingangsbereich gestanden und jetzt hat sich das Bauprägt halt einfach ein Jahr verzögert.

00:40:06: Das kann ja mal sein wenn man so ein Labor ist extrem komplex.

00:40:10: also das haben wir auch ein bisschen unterschätzt.

00:40:12: aber wie komplex aufwendig es ist ein Labor zu bauen.

00:40:14: Es hat überhaupt nichts mit der normalen Lagerhalle sage ich jetzt mal zu tun und einen normalen Büro geworden.

00:40:20: Und da hat sich dieses Jahr verzögert.

00:40:21: und genau jetzt kurz vor Umzug sind uns die anderen beiden Geräte wie Alten kaputt gegangen.

00:40:26: Jetzt hast du natürlich massives Problem und wir wollten das neue Gerät aufbauen.

00:40:30: Das ist dann aus der Garantie schon draußen auch.

00:40:32: Hat ein altes Betriebssystem gehabt,

00:40:34: d.h.,

00:40:35: es konnte man gar nicht mehr so einfach ohne Update usw.

00:40:38: anschließen.

00:40:39: Ein paar Hunderttausend Kapital sind irgendwie gebunden und

00:40:42: laufen erst mal nicht.

00:40:43: Also das ist auch zum Beispiel wo ich sage Boah, ich meine was jetzt anders machen können wir uns nicht voraussehen können?

00:40:48: Wir haben immer gesagt ja wir werden dann fertig, das Labor hat sich irgendwo darauf verlassen.

00:40:53: natürlich.

00:40:55: also da ist kein Vorwurf drin.

00:40:57: Aber es zeigt einfach mal, was so eine große Investition wie sehr einen dessen Wachstum blockieren kann.

00:41:02: und die anderen Labore sind schon auch viel gewachsen, stark gewachsen in den letzten acht Jahren und haben natürlich das Gebäude noch einmal mehr ausgereizt.

00:41:10: aber es war ja ein Thema.

00:41:13: also würde ich nochmal so groß bauen in meinem Berufsleben?

00:41:20: Man kann es ja nicht sagen, aber ich glaube eher nicht.

00:41:21: Ich glaub das passt nicht zu uns.

00:41:23: Aber ich glaube der kleine schrittweise Wachstum, der vielleicht nicht ganz so perfekt ist.

00:41:28: Der nicht von den Opportunitätskosten ja nicht ganzso perfektes.

00:41:31: Aber der passt unsere Unternehmenskultur eigentlich besser.

00:41:33: und so sind wir auf die letzten vierzehn Jahre immer gewachsen.

00:41:36: Raum zu Raum.

00:41:38: Ja das ist halt das.

00:41:39: Wenn's halt eigenes Geld ist und jetzt nicht irgendwie ein Restaurantgelder wo du mal sagst auf gut Deutsch scheiß drauf.

00:41:46: jetzt probieren wir das einfach.

00:41:48: dann ist, glaube ich auch dieses Schrittweise wachsen und das durchdachte wachsen.

00:41:52: Wahrscheinlich das Richtigere, obwohl man auch da manchmal einfach mutig sein muss, weil sonst gehst du ja auch nicht vorwärts.

00:42:00: Aber es gibt schon wahrscheinlich was dazwischen zwischen so einem Riesenlabor und irgendwie gar nichts zu wachsen, da gibt's wahrscheinlich ein bisschen etwas dazWischen.

00:42:08: Also es war auf jeden Fall wahrscheinlich ein Thema, was dich auch extrem beschäftigt hat.

00:42:12: Ich glaube immer, dass darf mein Geschäftsführer Eigentümer nicht unterschätzen wie sehr einen solchen Themen dann auch defokussieren.

00:42:19: Von dem was eigentlich mehr bringen würde an Entscheidungen und Themen die man vielleicht vorantreiben könnte, misst man zum Glück nicht.

00:42:28: Ich sage ja Spaß.

00:42:28: deshalb wenn wir gerne mal einen Tool entwickeln das Opportunitätskosten bilanziert, dann keine Ahnung wäre ich wahrscheinlich multi-Milliardär wenn es gehen würde.

00:42:37: Mal gucken vielleicht geht's hier irgendwann mit KI.

00:42:40: Aber ja sehr spannend gab es sonst noch so Sachen wo du nachts nicht schlafen konntest?

00:42:46: Die letzten Jahre?

00:42:47: Natürlich ja.

00:42:49: Zum Glück sage ich jetzt mal in Anführungsstrichen nur Kleinigkeiten, also das Unternehmen ist super gesund und steht gut da und wir wachsen.

00:42:58: Also da war nie was Extrem-Existenzgefährdens dabei.

00:43:03: aber es sind halt viele, viele Themen die ja es tippelt Business ja du hast einfach mal ein schlechtes Gespräch gehabt oder Dass dich vielleicht selber, dass du nicht das Beste aus dir rausgeholt hast oder hast dich irgendwie falsch ausgedruckt.

00:43:15: Das wurde falsch verstanden.

00:43:17: Ja dann sind es manchmal einfach auch größere Themen.

00:43:20: ja ein kundesunzufrieden verlässt uns.

00:43:23: also ich glaube Die die ups und downs gehören da an die oberste stelle in der top beschreibung Und man muss sich so ein bisschen immer muss immer ein bisschen aufpassen dass man versteht welche brille mal eine aufheit bzw wo man irgendwo Ja, vielleicht ein bisschen falschen Eindruck bekommen.

00:43:42: Natürlich beschäftigt man sich eher mit Problemen und es wird sich auch schneller beschwert als gelobt wird.

00:43:50: aber da muss man halt einfach immer mal wieder sich ein bisschen bewusst werden wie das Big Picture anschauen und sagen okay... Es ist alles irgendwo noch super im Gleichgewicht und dann kann man das schon verkraften.

00:44:03: Und ich bin sehr optimistisch, ich habe schon aus vielen vielen schlaflosen Nächten und Problemen ganz tolle Sachen entstanden.

00:44:14: Also da gibt es viele Beispiele wo ich einfach sage Mensch so im Nachhinein echt gut dass das passiert ist weil dadurch haben wir nochmal einen ganz anderen Schub irgendwo ein ganz anderes Momentum in den Bereich rein bekommen ist das schon ganz okay.

00:44:29: Sehr schön!

00:44:30: Abschlussfrage von meiner Seite, was schätzen Leute an Familienunternehmen falsch ein?

00:44:38: Also ja ich... Das kommt jetzt so bisschen darauf an.

00:44:42: also wenn ich mit anderen Familienunternehmern und Unternehmerinnen- und Nachfolgern rede dann habe ich schon das Gefühl dass wir alle sehr ähnlich ticken und auch die vielen Menschen die in den Familienunternehmenden arbeiten ähnlich irgendwo eben nicht sind.

00:45:01: Also diese Stories hört man woanders auch, die ich erzähle wenn ein tolles Beispiel eine Kollegin aus dem Labor hat einen Kuchen gebacken zum vierzigjährigen Jubiläum vom Ingenieurbüro ist mega so.

00:45:15: was freut an einfach und sowas hörst du überall.

00:45:18: also deswegen gibt es schon sehr viele Leute in Deutschland die genau wissen wie von mir unternehmen ticken weil die meisten in Deutschland arbeiten in Familienunternehmen.

00:45:28: Gleichzeitig ist es schon irgendwo, ich will nicht politisch werden wir sind ja vorhin auf das Thema Steuern ein bisschen eingegangen.

00:45:36: Es ist schon so ein bisschen würde ich sagen dass die Themen die in den Medien und auch in der Politik diskutiert werden über Familienunternehmens Das sind wichtige Themen.

00:45:46: aber ich glaube die Darstellung ist dann, also die widerspricht sich ein bisschen mit dem was ich erlebe wenn ich mit vielen anderen Familienunternehmern mich unterhalte einfach wieso das Bild des Familien Unternehmens in Deutschland ist.

00:46:00: wie man sich die so vorstellt ist ganz anders.

00:46:03: Wie

00:46:03: stellen sich die Leute die falsch vor?

00:46:07: Na ja verwöhnt den Kinder die nix machen und Millionen verdienen oder... Was ist das Bild aus der Stereotypen aus deiner Sicht?

00:46:16: Ja, dass es jetzt Eine schwierige Frage, ich möchte mich da ja auch nicht in die Nässe setzen.

00:46:22: Aber wir sind ganz normale Leute.

00:46:25: Ganz nette Menschen und uns sind die Menschen, die für die Familienunternehmen arbeiten extrem wichtig.

00:46:32: also wirklich glaube im Bereich soziales Engagement sind wir da ganz stark fokussiert drauf.

00:46:40: wenn jemand familiäre Probleme hat gehen wir darauf ein versuchen alles möglich zu machen.

00:46:45: Wir hatten auch mal einen Todesfall, leider bei uns eines einer Mitarbeiterin.

00:46:51: Nicht im Unternehmen aber plötzlich verstorben.

00:46:55: und auch da haben wir wirklich geschaut die Familie mit unseren Mitteln zu unterstützen und haben es auch geschafft.

00:47:04: also das ja ich sag mal Ich glaube dass muss man ein bisschen erlebt haben wie Familienunternehmen ticken Und auch mit den Eigentümern einfach, sag ich mal, vielen Kontakt kommen und dann kriegt man ein gutes Bild wie es wirklich ist.

00:47:21: Das hat nicht immer was damit zu tun, wie's in den Medien dargestellt wird oder eben in der Politik auch?

00:47:26: Ja das kann ich unterschreichen.

00:47:30: Also wenn sie die Unternehmer nicht gäbe, die da einiges an Risiko eingehen in ihrem Leben wahrscheinlich auch deutlich mehr Energie reinstecken als der eine oder andere, dann gibt es viele Arbeitsplätze nicht.

00:47:43: Dann gibt's viele soziale Initiativen nicht und dann gibt's vieles auch nicht was das Land am Ende ausmacht und von dem her finde ich das auch völlig legitim dass Leute die solche Risiken eingehen und Unternehmen bauen die wiederum anderen Leben ermöglichen vielleicht dann auch ein bisschen früher auf den Golfplatz gehen und in den Nachfolge regeln Ja, und ich finde die nachfolgende Generation das ist ja wie gesagt ich habe selber nie erlebt.

00:48:12: Ich kann es jetzt nur neutral wiedergeben aber die nach folgende generationen die in so eine rolle reingeht wie du jetzt zum beispiel oder auch andere Die haben's nicht leicht Leichter als andere finde ich ja Du hast einen wahnsinnigen druck Du hast wahnsinnige verantwortung All eyes on you gerade am anfang wahrscheinlich.

00:48:33: also Das sind schon rollen die muss man auch erst mal ausfüllen.

00:48:36: Das wird immer so ein bisschen unter den Tisch gekehrt.

00:48:39: Nach dem Motto geht's ja dann gut und alles ist super, bla-bla-bla wie du sagst, verschlaflose Nächte.

00:48:43: Du haftest da mit allem im Endeffekt hinter jeder Entscheidung.

00:48:48: Das ist das eigene Geld.

00:48:50: Es sind dreihundert, vierhundert Existenzen die dahinten dranhängen.

00:48:54: Die du mit heimträgst in Feierabend, in den Urlaub

00:48:57: etc.,

00:48:57: pp.

00:48:57: Das darf man einfach nicht unterschätzen.

00:49:00: Also ich meine, das ist definitiv eine ganz privilegierte Position.

00:49:04: Wollen wir nicht zu sehr ins Jammern reinkommen?

00:49:06: Nee, ich meine es auch gar nicht.

00:49:07: jammer!

00:49:07: Ich mein es ist ganz neutral, einfach zu sagen Leute die da irgendwie negativ drüber reden sollten sich ja bewusst sein wie viel Verantwortung das ist was dahin dran hängt etc.

00:49:16: pp.

00:49:17: Aber ich habe mich ja auch also... Es ist eine privilegerte Position und ich hab mich ja doch bewusst dafür entschieden und würde es auch definitiv immer so machen und hätte ja auch jeden anderen Job mir aussuchen können.

00:49:29: Also es macht schon mega viel Spaß.

00:49:30: Und ja, ich persönlich ... Ich fand's im Start-up den Anfang fast schwerer, muss ich sagen.

00:49:38: Gut, ich war auch noch deutlich jünger.

00:49:40: Da ist man schon aufgeregt, wenn man mal die ersten Kaltakwiese gewollt macht und dann mal so den ersten Kunden berät, denkt sich, boah, da gibt jetzt wirklich Geld aus!

00:49:49: Die erste Rechnung ist unfassbar zu schreiben.

00:49:54: Und jetzt habe ich natürlich eine bestehende Infrastruktur auch, ja das muss man aussagen.

00:49:57: Ich hab tolle Führungskräfte die ihren Job unglaublich gut machen.

00:50:02: Also es hat alles sein Thema ist ein ganz komplexes Thema... ...ich bin auf jeden Fall bewusst dass es eine tolle Chance ist und so hat jeder Job seine Vor-Nachteile doch.

00:50:19: Ja vielen lieben Dank für Die Insights, lieber Herr Schäger.

00:50:23: Und ich wünsche auf jeden Fall alles Gute und hofft dass das Labor bald preigefüllt ist mit den richtigen Leuten und auch dass das Ingenieurbüro weiterhin so gut läuft.

00:50:35: Ja also wir haben eine echt coole Mannschaft und da bin ich mir ganz sicher, dass sie das hinkriegen mit dem Labor.

00:50:40: und ja dann sind wir ganz optimistisch und freue mich sehr auf die Zeit in der Zukunft.

00:50:47: Wunderbar

00:50:48: viel Erfolg!

00:50:49: Danke dir

00:50:50: So, das war ein Einblick in die Welt eines Familienunternehmers.

00:50:54: In vierter Generation mit allen Ups & Downs.

00:50:58: meines Erachtens sehr spannendes Gespräch auch für Leute, die vielleicht selber mal in die Fußstapfen ihrer Eltern treten möchten.

00:51:06: und ja wenn ihr so weitere spannende Folgen nicht verpassen wollt dann bleibt unbedingt dran und schaltet auch das nächste Mal wieder ein wenn es wieder heißt Finance Data People.

00:51:15: Vielen lieben Dank fürs Zuhören und fürs Zuschauen.

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